Zum Inhalt springen

Bambu Lab A2L offiziell vorgestellt: Großer Bauraum zum Kampfpreis

3D-Druck-News

Bambu Lab A2L offiziell vorgestellt: Großer Bauraum zum Kampfpreis

Bambu Lab hat den A2L offiziell vorgestellt und bringt damit Bewegung in den Consumer-3D-Druck. Dazu kommen Snapmakers Full-Spectrum-Funktion, spannende Galaxus-Marktzahlen und ein praktischer Test zu wasserdichten FDM-Drucken.

Die wichtigsten Meldungen im Überblick

Bambu Lab A2L

Offener Großformat-FDM-Drucker mit 330 × 320 × 325 mm Bauraum und Einstiegspreis ab 379 Euro.

Snapmaker Full Spectrum

Der Snapmaker U1 erzeugt per Slicer-Funktion zusätzliche optische Farbtöne aus vier geladenen Filamenten.

Galaxus-Zahlen

3D-Drucker, Zubehör und Filament wachsen deutlich. Bambu Lab verschiebt die Marktverhältnisse sichtbar.

Wasserdichte FDM-Drucke

Ein Praxistest vergleicht Beschichtungen und zeigt, welche Methoden unter Druck besonders gut funktionieren.

Bambu Lab A2L: Großformatdrucker ab 379 Euro

Bambu Lab erweitert seine günstigere A-Serie um den neuen A2L. Der offene FDM-Drucker bietet einen Bauraum von 330 × 320 × 325 mm und positioniert sich damit deutlich oberhalb der verbreiteten 256-mm-Klasse.

Das ist vor allem für größere Druckprojekte interessant, die bislang geteilt und anschließend verklebt oder auf wesentlich teureren Geräten gefertigt werden mussten. Denkbar sind größere Organizer, Dekorationen, Cosplay-Requisiten, Gehäuse oder Serien mehrerer kleinerer Teile.

Bambu Lab A2L Großformat-3D-Drucker
Bild: Bambu Lab A2L, Beitragsbild im offiziellen Bambu Lab Blog.

Der Preis ist auffällig aggressiv: Der A2L kostet in Europa 379 Euro. Die Combo-Version mit AMS Lite wird für 489 Euro angeboten.

Die wichtigsten technischen Daten

  • Bauraum: 330 × 320 × 325 mm
  • maximale Düsentemperatur: 300 °C
  • maximale Druckbetttemperatur: 80 °C
  • maximale Druckgeschwindigkeit: 500 mm/s
  • Gewicht: 12,8 kg
  • WLAN: 2,4 GHz
  • geschlossen geregelter Servo-Extruder
  • adaptive Mehrpunkt-Vibrationskompensation
  • Unterstützung von bis zu 19 Farben im maximalen Ausbau

Die mögliche Farbanzahl ist bemerkenswert. Laut Bambu Lab lassen sich bis zu vier klassische AMS-Einheiten und ein AMS Lite kombinieren. Damit sind theoretisch bis zu 19 Farben möglich.

Schneiden und Zeichnen als zusätzliche Funktionen

Der A2L ist nicht nur als 3D-Drucker gedacht. Bambu Lab hat eine zusätzliche Aufnahme für Erweiterungsmodule integriert. Optional soll ein Blade Cutting Upgrade Kit erhältlich sein, das unter anderem ein Schneidemodul, ein Stiftmodul und eine Schneidematte umfasst.

Damit kann der A2L beispielsweise Aufkleber, Leder oder Stoff schneiden und als Zeichenplotter genutzt werden. Eine kommende OTA-Aktualisierung soll außerdem eine kameragestützte Print-then-Cut-Funktion ergänzen. Dabei wird zunächst ein Motiv gedruckt und anschließend anhand der Kameraposition passend ausgeschnitten.

Lasermodule unterstützt der A2L ausdrücklich nicht. Das ist bei einem offenen Drucker sicherheitstechnisch nachvollziehbar.

Kein günstiger Ersatz für einen geschlossenen Prosumer-Drucker

Der Preis und der große Bauraum machen den A2L attraktiv. Trotzdem sollte man seine Grenzen klar benennen. Bambu Lab nennt PLA, PETG und weitere nichttechnische Filamente als vorgesehene Materialien. Das offene Gehäuse und die auf maximal 80 °C begrenzte Druckbetttemperatur zeigen deutlich, wo der Schwerpunkt liegt.

Der A2L ist ein großer Consumer-Drucker für unkomplizierte Materialien. Für ASA, ABS, PA-CF oder andere anspruchsvollere technische Filamente bleiben geschlossene und gegebenenfalls aktiv beheizte Systeme die bessere Wahl. Für große PLA- und PETG-Projekte bietet er aber ausgesprochen viel Bauraum für vergleichsweise wenig Geld.

Snapmaker U1: Full Spectrum erzeugt zusätzliche Farbtöne aus vier Filamenten

Auch Snapmaker hat eine interessante Neuerung veröffentlicht. Die Beta-Version Snapmaker Orca 2.3.3 integriert die sogenannte Full-Spectrum-Funktion für den Snapmaker U1.

Der U1 arbeitet mit vier unabhängigen Werkzeugköpfen. Dadurch kann er Farben wechseln, ohne bei jedem Materialwechsel größere Mengen Filament durch eine einzelne Düse zu spülen. Die neue Full-Spectrum-Funktion erweitert dieses Konzept softwareseitig.

Snapmaker Full Spectrum Slicing Beispiel
Bild: Snapmaker Full Spectrum Slicing, Beitragsbild im offiziellen Snapmaker Blog.

Full Spectrum erzeugt zusätzliche sichtbare Farbtöne, indem unterschiedliche Filamentfarben in sehr dünnen, abwechselnden Schichten gedruckt werden. Aus ausreichender Entfernung nimmt das menschliche Auge nicht mehr jede einzelne Lage wahr, sondern einen gemischten Farbeindruck.

Das ist kein echter Vollfarbdruck und keine physikalische Farbmischung wie bei einem klassischen Farbdrucker. Der Effekt hängt stark von Filamentfarbe, Transparenz, Pigmentierung, Schichthöhe, Geometrie, Betrachtungsabstand und Licht ab. Für Figuren, Logos, Reliefs und dekorative Drucke ist die Funktion trotzdem spannend.

Galaxus-Zahlen: Bambu Lab überholt Creality deutlich

Aktuelle Verkaufszahlen des Onlinehändlers Galaxus zeigen, wie stark der Consumer-3D-Druck weiter wächst. In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 verkaufte Galaxus 59 Prozent mehr 3D-Drucker als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zubehör legte um 58 Prozent zu, Filament sogar um 84 Prozent.

Besonders interessant ist der Filamentverbrauch. Im Jahr 2020 kamen bei Galaxus auf einen verkauften 3D-Drucker gut zwei verkaufte Filamentrollen. 2026 sind es bereits 14 Rollen. Das deutet darauf hin, dass nicht nur mehr Menschen einen Drucker kaufen, sondern bestehende Geräte auch intensiver genutzt werden.

Die Zahlen zeigen außerdem eine Verschiebung zwischen den Herstellern. Creality galt lange als dominante Marke im günstigen Consumer-Bereich. Bei Galaxus wurde das Unternehmen 2025 erstmals von Bambu Lab überholt. In den ersten vier Monaten 2026 stammt inzwischen fast jeder zweite verkaufte 3D-Drucker von Bambu Lab, während nur noch ungefähr jeder vierte von Creality kommt.

Diese Daten stammen von einem einzelnen großen Händler und ersetzen keine vollständige Marktanalyse. Trotzdem passt der Trend ins Gesamtbild: Der Markt verschiebt sich weg vom klassischen Basteldrucker und hin zu Geräten, die nach dem Auspacken möglichst schnell funktionieren.

Wie werden FDM-Drucke wirklich wasserdicht?

Eine weitere praktische Meldung betrifft eine Frage, die viele Anwender früher oder später beschäftigt: Wie lassen sich FDM-Drucke zuverlässig wasserdicht machen? Selbst optisch saubere Drucke sind nicht automatisch dicht, weil zwischen den Schichten kleine Zwischenräume verbleiben können.

Der Maker und YouTuber Half-Baked-Research hat verschiedene Abdichtungsmethoden miteinander verglichen. Getestet wurden unter anderem Innen- und Außenbeschichtungen, Schaumfüllungen, Epoxid, PU-Beschichtungen, dickwandige PETG-Teile und ein PETG-Würfel mit TPU-Abdeckung.

Test wasserdichter FDM-Druckteile
Bild: Test wasserdichter FDM-Drucke, Beitragsbild im Bericht von 3Druck.com.

Die Proben wurden nicht nur in Wasser gelegt, sondern zusätzlich mit rund 1 bar Druck belastet. Das entspricht ungefähr dem Wasserdruck in zehn Metern Tiefe. Besonders gut funktionierte eine innenliegende Epoxidbeschichtung. Auch zwei Varianten mit innenliegender PU-Beschichtung erzielten gute Ergebnisse.

Wichtig bleibt die Einordnung: Wasserdicht bedeutet nicht automatisch lebensmittelecht oder sicher für Trinkwasser. Chemische Beständigkeit, Temperatur, Alterung, Reinigung, mögliche Schadstoffabgabe und mechanische Belastung müssen immer zum jeweiligen Projekt passen.

Kurzfazit

Die wichtigste Neuigkeit ist klar der Bambu Lab A2L. Der Drucker bietet einen auffällig großen Bauraum zu einem sehr niedrigen Einstiegspreis. Seine Zielgruppe ist aber klar definiert: große Consumer-Projekte mit unkomplizierten Materialien.

Snapmaker zeigt mit Full Spectrum, wie stark moderne 3D-Drucker durch Software erweitert werden können. Die Galaxus-Zahlen unterstreichen gleichzeitig, dass Consumer-3D-Druck zunehmend massentauglich wird. Und der Test verschiedener Abdichtungsmethoden liefert direkten Praxisnutzen für alle, die FDM-Drucke zuverlässig wasserdicht bekommen möchten.

Quellen