G-Code im 3D-Druck
G-Code verstehen und sicher anpassen
G-Code ist die Sprache, mit der dein Slicer dem 3D-Drucker Bewegungen, Temperaturen, Lüfter, Pausen und Sonderfunktionen mitteilt. Wer Start-, End- oder Filamentwechsel-Code verändert, kann Abläufe verbessern, aber auch Fehler erzeugen. Deshalb lohnt sich ein solides Grundverständnis.
Wichtig: G-Code ist kein harmloser Textbaustein
Veränderungen am G-Code solltest du nur vornehmen, wenn du verstehst, was der jeweilige Befehl bewirkt. Hersteller können Abläufe durch Firmware- oder Slicer-Updates ändern. Prüfe deine Änderungen nach Updates erneut und halte immer ein unverändertes Originalprofil bereit.
Grundwissen: Was macht G-Code?
Beim 3D-Druck besteht G-Code aus vielen einzelnen Befehlen. Jeder Befehl steuert eine konkrete Aktion: Bewegung, Extrusion, Temperatur, Lüfter, Warten oder interne Maschinenfunktionen.
Bewegung
Befehle wie G0 und G1 bewegen den Druckkopf oder das Druckbett. Parameter wie X, Y, Z und F bestimmen Zielposition und Geschwindigkeit.
Temperatur
Befehle wie M104, M109, M140 und M190 setzen Temperaturen für Hotend und Heizbett oder warten darauf, dass sie erreicht sind.
Maschinenlogik
Start-, End- und Filamentwechsel-G-Code enthalten oft herstellerspezifische Abläufe. Besonders bei Bambu Lab können dort Bewegungen, Reinigung und Synchronisation kombiniert sein.
Typische Befehle schnell erklärt
G28
Referenzfahrt: Der Drucker fährt die Achsen in definierte Ausgangspositionen.
G1 X... Y... Z... F...
Lineare Bewegung. F gibt die Vorschubgeschwindigkeit an.
M104 / M109
Hotend-Temperatur setzen. M109 wartet, bis die Temperatur erreicht ist.
M140 / M190
Heizbett-Temperatur setzen. M190 wartet, bis das Bett die Zieltemperatur erreicht.
M106 / M107
Lüfter steuern. Bei manchen Druckern gibt es mehrere Lüfterkanäle, zum Beispiel P1.
M400
Warten, bis vorherige Bewegungen abgeschlossen sind. Praktisch, wenn Abläufe sauber nacheinander passieren müssen.
Start-, End- und Filamentwechsel-Code
Viele Anpassungen passieren nicht im eigentlichen Modell-G-Code, sondern im Druckerprofil des Slicers. Dort werden Abläufe definiert, die vor dem Druck, nach dem Druck oder beim Filamentwechsel ausgeführt werden.
Start-G-Code
Bereitet den Druck vor: Homing, Aufheizen, Reinigung, Purge-Linie, Lüfterzustand oder herstellerspezifische Routinen.
Filamentwechsel-G-Code
Steuert Abläufe beim Materialwechsel. Hier können Wischbewegungen, Parkpositionen oder Reinigungsbewegungen eingebunden sein.
Bambu Lab G-Codes für den Poop-Abstreifer (X1C und P1S)
Der folgende Praxisabschnitt basiert auf dem bestehenden Code der Seite. Ziel ist es, die Wisch- und Schüttelbewegungen im Start- und Filamentwechsel-G-Code anzupassen.
Achtung bei Bambu-Lab-Profilen
Diese Anleitung wurde nach bestem Wissen verfasst. Dennoch können Herstellerupdates, Slicer-Updates oder geänderte Profile dazu führen, dass Codepositionen nicht mehr exakt passen. Vergleiche deshalb immer mit deinem aktuellen Profil.
Maschinen Start G-Code: Suche diese Stelle im Start-G-Code
G1 X65 F15000; shake to put down garbage
G1 X80 F6000
G1 X95 F15000
G1 X80 F15000
G1 X165 F15000; wipe and shake
M400
M106 P1 S0
;===== prepare print temperature and material end =====
Ersetze den G-Code mit:
G1 X65 F15000; shake to put down garbage
G1 X80 F6000
G1 X95 F15000
G1 X80 F15000
G1 X165 F15000; wipe and shake
G1 X76 F15000
G1 X65 F15000; shake to put down garbage
G1 X80 F6000
G1 X95 F15000
G1 X80 F15000
G1 X165 F15000; wipe and shake
G1 X76 F15000
G1 X65 F15000; shake to put down garbage
G1 X80 F6000
G1 X95 F15000
G1 X80 F15000
G1 X165 F15000; wipe and shake
M400
M106 P1 S0
;===== prepare print temperature and material end =====
Filamentwechsel G-Code: Suche diese Stelle im G-Code ganz unten
G1 X80 ; shake to put down garbage
G1 X100 F5000
G1 X165 F15000; wipe and shake
G1 Y256 ; move Y to aside, prevent collision
Ersetze den G-Code mit:
G1 X80 ; shake to put down garbage
G1 X95 F5000
G1 X80 F15000; wipe and shake
G1 X95 F5000
G1 X80 F15000; wipe and shake
G1 X95 F5000
G1 X165 F15000; wipe and shake
G1 Y256 ; move Y to aside, prevent collision
Profil speichern und bewusst auswählen
Speichere die Drucker-Einstellungen mit einem eindeutigen Namen. Der Slicer verwendet dein angepasstes Profil nur dann, wenn du es auch aktiv auswählst.

Das Einstellungs-Profil wird vom Slicer nur dann benutzt, wenn du dieses auch auswählst.

Fazit
G-Code-Anpassungen sind mächtig, aber sie sollten kontrolliert passieren. Wer die Grundbefehle versteht, Profile sichert und Änderungen Schritt für Schritt testet, kann den Druckablauf gezielt verbessern, ohne unnötig Risiko in den Workflow zu bringen.